Ja, heute war es endlich so weit. Wir sind hoch auf den Preikestolen gewandert.
Die Wanderung bestand aus jeweils ca. 4km mit unterschiedlichen Gefälle bzw. Beschaffenheit. Gut ausgebaute Wanderwege folgten Moorwege auf Holzbolen , die wiederum zu steilen Anstiegen und Wegen auf denen das Regenwasser der Gipfel als Wasserfall herablief wurden.
Auf dem Hinweg hatte ich Henriette im Tragegurt vorne eingespannt, auf dem Rückweg hatte sie Maria hinten eingespannt. Jetti hat auf dem Hinweg fast durchgängig geschlafen und dann das Drumherum beobachtet. Wir waren ja nicht alleine auf dem Weg – ganze Busladungen wurden auf dem großen Parkplatzgelände heraus gelassen.
Clara und Frieda sind den ganzen Weg auch super gelaufen. Besonders Frieda hat ihren Rhythmus bzw. Schritte gut gefunden und konnte somit sicher laufen. Nach einer Stunde haben wir die erste Pause im Hochmoor gemacht. Es gab – wie immer – Käsebrötchen(Norvegia von Tine) und natürlich etwas zu trinken.
Leider war das Wetter noch immer sehr trüb und regnerisch. Es hat auf dem Hinweg ab und zu genieselt und einmal geregnet. Die Sicht war dem entsprechend. Wir sind durch Wolken hindurch gewandert und konnten nur wenig sehen – aber auch das hatte seinen Reiz, wenn beispielsweise, wie aus dem Nichts, ein schöner Bergsee oder Camper direkt vor uns auftauchen.
Nach ungefähr 2,5 Stunden waren wir endlich am Ziel der Wanderung. Sehr schön fand ich, wie durch den bewölkten Himmel, der bisher nur grau und verregnet war, uns kurz vor der Ankunft die Sonne anlachte. Nun waren wir oben, ganz ganz OBEN. Wirklich, links, rechts und geradeaus ging es über 600m steil abwärts! Unglaublich und nicht vorstellbar! DAS war mein Ziel in Norwegen. Durch die Wolken hatten wir jedoch überhaupt keine Aussicht. Wir schauten nur in eine dicke weiße Wand – die Vorstellung, dass es durch die weiße Wand 600m runter geht, war gespenstig. Der Vorteil davon aber war, dass ich mich getraut habe bis fast ganz nach vorne zu gehen. Ich stand nur 2m vor dem Abgrund 😁.
Ganz anders viele andere Touristen. Scheinbar ohne Furcht und Respekt vor der Witterung – die Steine waren alle nass, es regnete, als wir oben waren – sind sie bis ganz nach vorne, haben Selfies, ohne Blick für den Nachbarn gemacht, oder haben sich an die Kante gesetzt – krass!
Nach mehreren Fotos und der Stärkung mit Käsebrötchen und Belohnungsschoki ging es langsam und noch immer voller Adrenalin wieder an den Abstieg. Der war durch den nun einsetzenden Regen auch nicht ganz Ohne. Aber nach wiederum knapp 2,5 Stunden hatten wir es geschafft. Nun ab rein ins Auto und schnell die komplett durchnässten Sachen gewechselt und dann den Motor und die Heizung eingeschaltet – das tat gut.
Wir sind noch weiter Richtung Oslo gefahren – dort wartet ja noch etwas auf uns. In Røldal haben wir einen sehr sympathischen kleinen Campingplatz gefunden. Unsere Idee ist, dass wir dort unsere Sachen trocknen und schön warm duschen gehen können. Erschöpft, aber sehr glücklich, dass wir die Wanderung als Familie gut geschafft haben, sind wir eingeschlafen.



















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